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Ein anderes Land kennen lernen, ein Jahr in einer anderen Familie leben, eine andere Sprache sprechen, anderes Essen genießen und ? einfach den Alltag in der Fremde kennen lernen, das war mein Ziel. Mit diesen Erwartungen hatte ich mich beworben und das Stipendium des Parlamentarischen Patenschafts-Programms 2006/2007 des Bundestags nach längerem Auswahlverfahren erhalten. Bundestagsabgeordnete Frau Marion Caspers-Merk wählte mich nach einem persönlichen Gespräch als Stipendiant aus und schickte mich als "kleiner Botschafter Deutschlands" in die USA, um dort für ein Jahr in einer Gastfamilie zu leben und um wie ein Amerikaner auf eine High School zu gehen. Dieses "Abenteuer" nahm ich mit viel Freude und Neugierde in Angriff und wurde von der Austauschorganisation AFS auf Seminaren, die mir persönlich sehr viel Freude bereiteten, vorbereitet und auf mein Jahr eingestellt. Schon bei diesen AFS Vorbereitungen konnte man Menschen treffen, mit denen man stundenlang zusammen sein kann, und einfach viel Spaß hat. So trafen wir uns sogar noch einmal privat und werden dies schon bald wiederholen.
Schon im Juni bekam ich meine Gastfamilien-Information und konnte mich auf mein Placement in Rio Rancho freuen. Rio Rancho ist eine 80.000 Einwohner Stadt die an Albuquerque (700.000 Einwohner) grenzt und im Bundesstaat New Mexico im Südwesten der USA zwischen Texas und Arizona liegt.
New Mexico nennt sich auch das Land der Bezauberung, the Land of Enchantment. Ich kann das nur unterschreiben. Denn das wüstisch geprägte New Mexico mit seinen zum Teil kargen Landschaften auf der einen, und den grünen Bergen auf der anderen Seite, gibt sowohl im Winter bei dicker Schneedecke und Minusgraden als auch im Sommer bei +40°C ein gutes und einladendes Bild ab. Traumhafte Sonnenuntergänge, fast mystische Flusslandschaften des Rio Grande und faszinierende Traditionen tragen zu dieser einzigartigen Impression noch mehr bei und machen New Mexico zu einem sehr sympathischen Landstrich, den man nur ungern wieder verlässt.

Dann ging es los, der Tag des Abfluges war gekommen. Ich war bereit mein Abendteuer USA zu beginnen. Viele sagten vorher zu mir, dass sie sich dies nicht vorstellen könnten, ein ganzes Jahr lang ohne die eigene Familie und die Freunde aus Deutschland zu leben. Aber weil man durch AFS so gut vorbereitet wurde und man eine halbes Jahr lang Zeit hatte, sich selbst mental darauf einzustellen, war an diesem Tag, dem 9. August 2006, nur noch Vorfreude, Neugierde und Interesse am anderen Land zu spüren und ich konnte es kaum erwarten, endlich in den Flieger zu steigen. Dadurch fiel mir auch der Abschied von meiner Familie nicht sehr schwer.
Der Flug dauerte recht lange und man hatte Zeit, sich noch einmal so seine Gedanken zu machen: Wird die Gastfamilie nett sein? Werde ich Heimweh bekommen? Wie werde ich mit dem Englisch zurechtkommen? Und wie wird die Schule sein? Aber all dies hatte ich mir vorher schon einmal überlegt und ich war mir sicher: Wie das Jahr wird bestimme ich selbst, denn es kommt darauf an was ich daraus mache!
Einige Stunden später landeten wir in Los Angeles. Wir waren da! Wir waren in den USA. Von dort ging es weiter nach Albuquerque in New Mexico. Ich wusste, dass mich dort meine Gastmutter abholen würde und ich war sooooo gespannt und ziemlich nervös. Dann ging es durch einen langen Gang und durch eine Drehtür und da stand sie. Moooooooom! Meine Gastmutter hatte mich sehr freundlich begrüßt und mir einen herzlichen Empfang bereitet. Jetzt war ich froh, endlich angekommen zu sein, glücklich meine Mom kennen gelernt zu haben und hungrig, denn ich war nun seit 32 Stunden auf den Beinen und hatte nur wenig gegessen. Vom Flughafen aus ging es dann in das neue Zuhause. Das war schon die erste Erfahrung mit dem Leben in den USA. Eines der ersten Dinge die ich festgestellt habe war, dass Amerikaner Autos lieben. Und zwar große Autos. Dies war einfach nur beeindruckend, weil es dort auf den Straßen einfach so viele gibt. Es war Nacht und ich konnte nicht viel von Albuquerque und dem angrenzenden Rio Rancho, der Stadt in der meine Gastfamilie lebte, erkennen. Zuhause angekommen führte mich meine Mom in mein Zimmer und ich fühlte mich sofort pudelwohl. Aber es ging gleich weiter zu dem Lokal in dem meine Gastmutter als Managerin tätig war. Und ich bekam meine erste Mahlzeit in den USA, Fajitas. Das weiß ich noch wie heute, denn ich war schon wieder beeindruckt, wie groß dort die Portionen sind. Das kann ein normaler Mensch gar nicht alles essen! Als Fazit des Anreisetages muss ich sagen, dass ich bereits mehrere Male vom Leben der Amerikaner beeindruckt war und dass ich sehr zufrieden war und mir jetzt definitiv sicher, dass das Jahr ein Erfolg werden wird.
Meine Gastfamilie war eine eher untypische Familie. Die normale Familie besteht ja aus Mutter, Vater und Kind(ern). Aber bei mir war das etwas anders. In den USA lebte ich mit einer jetzt allein stehenden Frau. Sie hat zwar zwei junge Söhne, welche aber bereits aus dem Haus sind und eigene Familien haben. Deshalb kann man auch sagen, dass ich eigentlich drei Gastfamilien hatte. Meine Mom und jeweils meine zwei Gastbrüder und deren Familien. Außerdem hatte ich auch noch einen anderen Gastbruder. Nämlich ein aus Brasilien stammender Austauschschüler der ebenfalls mit AFS ein Auslandsjahr machte. Soll heißen: Mein Gastmutter nahm zwei Gastschüler auf. Rodrigo aus Brasilien und mich. Dies erschien mir sehr interessant und ich freute mich auf dieses "Kulturen Dreieck" USA-Deutschland-Brasilien. Und diesbezüglich hatten wir auch einige Erlebnisse: Zum Beispiel das Wetter. Während ich selbst im Winter bei offenem Fenster schlief, drehte mein Bruder aus Brasilien öfters mal die Heizung ein bisschen zu hoch. Aber wir alle konnten nur über diese Dinge lachen und hatten viel Spaß beim Erzählen über unsere Heimatländer.
Schneller als gedacht ging es dann auch los mit der Schule, nämlich schon am vierten Tag nach meiner Ankunft. Aber ich freute mich auf den Beginn und war gespannt auf meine Mitschülerinnen und Mitschüler, meine Fächer und meine neuen Lehrer. Ich war nun also Schüler der Rio Rancho High School, New Mexico, USA. Ich war ziemlich beeindruckt von unserer Schule: 3000 Schüler, 6 Schulgebäude, Football Stadion, Leichtathletik Stadion, eine riesige Bücherei, Basketball Turnhalle, ein Theater, in jedem Klassenzimmer mindestens 10 Computer und und und! Jetzt, zurückblickend auf ein ganzes Schuljahr in den Staaten kann ich sagen: Die Schule ist schon ziemlich anders als bei uns in Deutschland.
Mein Schuljahr war in zwei Semester eingeteilt und pro Semester hatte ich vier Fächer. Im ersten Semester startete mein Tag mit Spanisch. Spanisch kannte ich bereits aus meiner deutschen Schule und war für mich daher nicht neu. Der Spanischunterricht fiel mir sehr leicht und machte auch Spaß, wie übrigens alle meine Fächer, die ich auch alle selbst aussuchen durfte. Danach hatte ich Aero Space Engineering, also Raumfahrttechnik. Dabei ging es um den Weltraum und die Arbeit der NASA. Wie sprachen über Leben im All und erarbeiteten uns, an die Physik angelehnt, optimale Raketenformen und Robotersteuerungen. Nach diesen zwei jeweils 90 Minuten dauernden Stunden hatte ich Lunch, also Mittagessen. Dies fand immer in unserer großen Cafeteria statt, denn für 3000 Schüler und über 250 Lehrer braucht man eine ziemlich große Cafeteria. Jeden Tag konnten wir Schüler zwischen sieben Lunchangeboten wählen. Sowohl mexikanische Tacos, italienische Nudeln als auch amerikanische Burger waren im Angebot. Danach ging es in die dritte Stunde, AP Humanities, welche sich der englischen Literatur und der amerikanischen Geschichte widmete. Die letzte Stunde des Tages war eine kreative Stunde, nämlich CAD. CAD bedeutet Computer-Aided-Design, also Computer unterstütztes Zeichnen und Modellieren. Nach der vierten Stunde war mein Schultag um 14:30 zu Ende und ich ging zum Cross Country, also Crosslauf-Training. Somit hatte ich noch zwei Stunden Training bevor es nach Hause ging.
Ganz anders sah mein Stundenplan im zweiten Semester aus. Los ging es nicht mehr mit Spanisch, sondern mit Italienisch. Auch das war sehr interessant und unsere Lehrerin aus Venedig war sehr nett. Danach ging es dann zur Mathematik, in meinem Fall AP Math Analysis. Die Matheklassen waren an meiner Schule in sechs Stufen unterteilt. So konnte sich jeder Schüler seinem Niveau anpassen. Dann gab es wieder Lunch, und danach hatte ich wieder AP Humanities, denn diese Klasse hatte sich nicht geändert. Die letzte Stunde, zugleich meine Lieblingsstunde, war Forensic Science. Dabei handelte es sich um Kriminaltechnologie, also angelehnt an Biologie und Chemie, ging es um DNA, den menschlichen Körper, feinste Spuren von Substanzen und und und. Das war echt sehr interessant. In dieser Klasse mussten wir auch einen nachgestellten Kriminalfall lösen, wobei über 40 Personen verwickelt waren und indem wir unsere praktischen Fähigkeiten zeigen konnten. Nach der Schule wurde der Tag im zweiten Semester von Track and Field abgeschlossen, sprich Leichtathletik. Dort war meine Spezialdisziplin die 800m. Jeden Samstag hatten wir, wie auch schon zuvor beim Cross Country, einen Wettkampf, bei dem wir gegen andere Schulmannschaften antraten. Denn das gesamte Sportleben spielt sich, anders als in Deutschland, auf Schulebene und nicht in Vereinen ab. An meiner Schule gab es daher ein reichhaltiges Sportangebot, dass von American Football, über Basketball und Golf bis hin zum Schwimmen reichte. Das ist toll, denn dies fördert den "School Spirit" ungemein. Fand ein Spiel oder Wettkampf statt, war der Großteil der Schüler vertreten und entweder blau, weiß oder grün gekleidet, in unseren Schulfarben eben. Außerdem wurde angefeuert was die Stimme hergab. Natürlich spielte auch die 250 Mann starke Schul Band. Das machte Spaß und es ist einfach schön in so einem Schülerverbund integriert zu sein. Unser Schulmaskottchen war der Ram, also der Widder. Und wir, die Austauschschüler der Rio Rancho High School, waren die "International Rams." Im Training ging es generell mit viel mehr Disziplin zur Sache. Auch ganz anders als in einem Deutschen Sportverein. Aber letztendlich hilft dies die Leistungen zu steigern. Das hat auch bei mir funktioniert.
Aber auch in der Schule ist diese strengere Disziplin spürbar, sowohl außerhalb als auch innerhalb des Unterrichts. Meine Schule hatte zehn ständige Security Mitarbeiter und zwei ständige Polizeibeamte beschäftigt, um auf die Toilette zu gehen, brauchte man eine schriftliche Erlaubnis des Lehrers, und der Kleidervorschrift war stets Folge zu leisten. Für mich hieß das mich umzugewöhnen. Denn all das kannte ich von Deutschland her nicht. Das alles war mir fremd. Aber nach einer gewissen Zeit wurde es selbstverständlich. Im Unterricht waren die Hausaufgaben stets abzugeben und wurden benotet, Tests wurden wöchentlich oder sogar täglich geschrieben und am Ende des Semesters musste eine Semesterarbeit geschrieben werden die den Stoff alles Gelernten beinhaltete. All das war nicht selbstverständlich für mich da es in Deutschland eben ganz anders ist. Aber dieses System hat auch Vorteile.
Das Verhältnis zu Lehrern ist auch ganz anders als bei uns. Lehrer werden anders angesehen wie in deutschen Schulen. Da im englischen sowieso nur geduzt wird, wird der Lehrer viel mehr als Freund angesehen. Lehrer sind Kumpels, werden umarmt und teilen sich Lunch mit Schülern. Dies verändert natürlich auch den Unterricht, in dem viel mehr diskutiert wird. Vorträge von Schülern kommen auch viel häufiger vor.
Zum Schluss des Schuljahres gab es noch eine Besonderheit: Mich freute, dass ich auch, genau so wie die Amerikaner, die Graduation Zeremonie durchlaufen durfte. Ich durfte also mein Abschluss Zertifikat in Empfang nehmen und mit der klassischen Mütze meinen Abschluss feiern. Dieser Schulabgang wird nämlich sehr groß gefeiert und ist neben Schulbällen und Sportveranstaltungen, das Highlight des Schuljahres. Kurzum aber nun: Die Schule ist weder besser, noch schlechter, einfach anders. Wie so Vieles in Amerika!
So natürlich auch die Menschen. Mir wurde der Einstieg in das amerikanische Leben sehr einfach gemacht und ich fand mich recht schnell, vor allem durch Hilfe vieler amerikanischer Freunde, zurecht. Nach meiner Einschätzung und Meinung nach einem Jahr Amerika, kann ich sagen dass ich fast nur positive Erfahrung mit Amerikanern gemacht habe. Mir wurde geholfen, wenn ich ein Problem hatte und andere Menschen, auch jene, mit denen ich nicht direkt etwas zu tun hatte, waren sehr offen und freundlich. Dies machte das Leben in den USA sehr einfach. Denn es ist toll, wenn man mit einem Lächeln und einem "How are you?" begrüßt wird.
Eine andere Beobachtung war auch sehr interessant. "America, proud home America." Ja so sind sie die Amis, sehr patriotisch. Das merkt man auch im Alltag. An der Hauptstrasse, an jedem zweiten Gebäude (jawohl, auch an jedem zweiten Privathaus), und auf großen Plätzen weht die blau-weiß-rote, mit Sternen geschmückte Flagge. Amerikaner sind eben sehr stolz auf ihr Land und auf das was ihr Land erreicht hat. Dies ist auch in der Schule ersichtlich. Denn die Flagge hängt auch in jedem Klassenzimmer. Und jeden morgen wurde die "Pledge of Allegiance" gesprochen, welche einem Fahneneid gleichkommt. Aber dieser Patriotismus wirkt sich auch anders aus. So wurden mir nämlich oft Fragen gestellt, die zeigen, dass Amerikaner von ihrem eigenen Land sehr überzeugt sind. Aber noch etwas hat mir der Amerikanische Patriotismus gelehrt: Man kann stolz auf sein Land sein, egal woher man kommt!
Auch sonst ist das Leben recht bequem. In den vielen riesigen Kaufhäusern bekommt man wirklich alles was das Herz begehrt, Restaurants gibt es wie Sand am Meer und fast überall sind die Preise niedriger als in Deutschland. Das ist toll und macht es vor allem auch Jugendlichen einfacher. Natürlich war da noch so eine Sache, die das Leben vereinfacht: das Auto. Denn in den Staaten ist ja schließlich schon Jugendlichen mit 16 Jahren erlaubt, ein solches Gefährt zu führen. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht, dies durften wir Austauschschüler nämlich nicht. Aber dennoch, meine Freunde aus der Schule schon, und das war toll! Dies konnten wir auch gut nutzen, denn ein Vorurteil stimmt schon: In Amerika ist alles bigger. So auch das Land. Alles ist etwas weiter weg und ohne Auto steht man da im wahrsten Sinne des Wortes alleine da. Daher ist es ganz gut gewesen, dass ich mit Freunden ins Kino, zur Mall, (also dem großen Shoppinggebiet), zum nächsten Fast Food Restaurant, in die Stadt oder zu Starbucks fahren konnte. Denn dieses Freizeitleben nach der Schule macht Spaß. So lernt man den Alltag in der Fremde am besten kennen und hat Gelegenheit mit amerikanischen Jugendlichen in Kontakt zu kommen.
New Mexico ist kulturell sehr von Mexiko geprägt. Klar, das sieht man ja schon am Namen. So auch in den alten Traditionen und den Lebensmitteln. Ich kann mich noch an einen der ersten Tage erinnern, an dem ich das erste Mal so richtig mexikanisch gegessen habe, aber es letztendlich nicht essen konnte, weil es schlicht und einfach viel zu scharf war. Seit dem verstehe ich auch die Staatsfrage in New Mexico. Die ist "Rot oder Grün?" und bezieht sich keineswegs auf die Politik, sondern auf den Chili. Rot: sehr scharf. Grün: scharf und mehr Chiligeschmack. Da hat man dann die Qual der Wahl. Und ganz nebenbei: Chili kommt überall drauf (ja, manchmal sogar auf Süßes oder Obst). Aber selbst daran habe ich mich gewöhnt und muss sagen, in Maßen schmeckt das gar nicht schlecht!
Kulturell ist der Staat auch von Ureinwohnern Nordamerikas geprägt. So gibt es zum Beispiel noch viele Reservate und alte Dörfer. Auch diese kann man besuchen und bekommt einen guten Eindruck davon, wie dort gelebt wird. Natürlich nicht mehr in Zelten, aber doch noch sehr traditionell. Wir besuchten einige dieser Dörfer und hatten sogar einmal die Gelegenheit, traditionell zu essen!
Auch die Betreuung von der Organisation AFS war hervorragend. Großes Lob an AFS. Sowohl der AFS in Deutschland als auch AFS New Mexico waren immer für mich da. In den USA haben wir uns regelmäßig getroffen und viel unternommen. Das hat Spaß gemacht und es war immer wieder toll, auch andere Austauschschüler zu treffen.
Natürlich habe ich auch viel von den USA gesehen. Dies habe ich in erster Linie meiner super Gastmom zu verdanken. Sie fuhr mit uns über die Weihnachtstage nach Phoenix in Arizona, nach Los Angeles in Kalifornien und dann an Silvester nach Las Vegas in Nevada. Diese Reise war klasse und ich werde sie sicherlich nie vergessen, da wir gemeinsam so viel erlebt haben.
In den Frühjahrsferien, den zweiten Ferien die wir hatten, fuhren wir nach San Antonio und South Padre Island in Texas und weiter Nach New Orleans in Louisiana. Dies war sehr beeindruckend und man konnte noch viele Schäden der schrecklichen Hurricane Katastrophe erkennen. Danach ging es wieder zurück durch Mississippi und Oklahoma nach New Mexico.
Unsere dritte Reise ging nach New York. Dort kommt meine Gastmutter ursprünglich her. Wir haben dort ihre Familie besucht und die Megastadt New York City besichtigt. Dieses Erlebnis ist einfach unbeschreiblich. New York gefiel mir sehr gut und auch diese Reise blieb mir sehr positiv in Erinnerung.
Natürlich unternahmen wir auch viel mit AFS New Mexico. Unter anderem ging es zum Grand Canyon. Dort trafen wir auch auf AFS Arizona, was uns viel Freude brachte. Der Trip zum Grand Canyon mit AFS war einfach klasse und eine weitere super Erfahrung.
Mit einem AFS Mitarbeiter verreisten wir noch einige Tage nach Colorado um dort die Air Force Academy zu besuchen und noch einmal sehr viel zu erleben.
Abschließend fuhren wir PPPler noch gemeinsam nach Washington D.C., die Hauptstadt der USA. Dort trafen wir noch mehr Austauschschüler aus der ganzen Welt. Gemeinsam besuchten wir die deutsche Botschaft, das Department of State und hatten einen Termin uns mit unserem Paten aus dem Congress, in meinem Fall mit der Abgeordneten aus New Mexico, Frau Heather Wilson. Das rundete meine Erfahrung noch einmal ab und es war einfach klasse mit all meinen Freunden dies erleben zu dürfen.
Eine Erfahrung gefiel mir besonders. Diese Erfahrung schätze ich selbst auch als sehr wertvoll ein und bin froh sie gemacht zu haben: Während meines Jahres im Ausland durfte ich viele Menschen kennen lernen. Sehr viele Menschen. Die meisten waren sehr nett und ich bin froh all diese Menschen getroffen zu haben, denn durch sie habe ich viel gelernt. Mit einigen habe ich mich sogar so gut verstanden, dass wir gute Freunde geworden sind. So habe ich durch die gesamte Austauscherfahrung mehr Freunde in meiner Region gewonnen und Freunde in ganz Deutschland kennen gelernt. Ich habe Freunde in den USA gefunden und sogar auf der ganzen Welt, wie zum Beispiel aus Brasilien, Ägypten, Malaysia und Japan, durch Freundschaften Kontakte knüpfen können. Dies finde ich persönlich einfach toll. Durch solch ein Jahr, hat man so viele Gelegenheiten mit so vielen Menschen in Kontakt zu treten und sie als Freunde zu gewinnen. Durch diese Freunde konnte ich auch viel über deren Herkunftsländer lernen sowie ich auch hoffe, dass sie etwas von Deutschland gelernt haben. Dies ist für mich sehr positiv und wertvoll. Ich schätze es einfach mich mit Menschen aus der ganzen Welt zu unterhalten und Freundschaften zu teilen.


Als Resumée kann ich nur sagen, dass die gesamte Erfahrung, und somit mein Abendteuer USA, nur positiv war und ich dies auf jedem Fall jedem jungen Menschen empfehlen würde. Diese Erfahrung ist einmalig und niemand kann mir das je wieder nehmen. Ich hatte Glück, eine so tolle Gastfamilie bekommen zu haben, denn ich wurde herzlich aufgenommen und wurde als normales Familienmitglied angesehen. Ich konnte normal leben und fühlte mich rundum sehr wohl. Meine Gastmutter gab, und gibt mir immer noch, ein zweites Zuhause. Außerdem fand ich es toll in einer so tollen Schule plaziert worden zu sein. Meine Schule bot ein so großes Angebot und Varietät an, dass man alles findet wonach man suchte. Wir Austauschschüler wurde immer in das Schulleben mit einbezogen und hatten immer etwas zu tun. Dies alles und unser voll gestopfter Terminplan trugen dazu bei, dass ich nie Heimweh bekam und meine Euphoriekurve stets nach oben zeigte! So waren wir ständig unterwegs zu Familienfeiern, Museen, Konzerten, Ballon Festivals, Ruinen, landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, sportlichen Events und vielem, vielem mehr.
Ich genoss es die USA kennen zu lernen und den Alltag in New Mexico mitzuerleben. Das Jahr, aber auch das Vorbereitungsjahr, brachte mich vorwärts und ich lernte Vieles, was ich ohne dieses Erlebnis nie oder in jedem Fall erst viel später gelernt hätte. Mein Erlebnis brachte mir Selbstvertrauen und sehr viel Selbstsicherheit. Ich erlernte das Denken und Leben in einer neuen Sprache, nämlich Englisch, aber ich lernte auch zu kommunizieren, auch wenn man nicht dieselbe Sprache spricht. Ich erfuhr, wie man sich mit Menschen aus der ganzen Welt verstehen kann und hörte vieles über fremde Länder und andere Gebiete dieser Erde. Ich bin zielstrebiger geworden und glaube meine Grenzen erkannt zu haben. Des Weiteren bin ich überzeugt, dass mir das Jahr bestätigt hat, dass alles möglich ist, wenn der Wille vorhanden ist. Ich glaube von mir selbst, dass ich offener und toleranter geworden bin. Sowohl Fremden und Neuem gegenüber, aber auch gegenüber mir selbst. Ich lache über eigene Fehler und weiß wie ich mich dabei verhalten sollte. Ich denke einfach, dass solch ein Jahr nur Vorteile bringt. Zumindest meiner Überzeugung nach habe ich viele dieser Vorteile gefunden und für mich selbst genutzt und bin sehr froh und dankbar, diese Chance bekommen zu haben. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal bei der Bundestagsabgeordneten Frau Marion Caspers-Merk und der Organisation AFS bedanken, die mir dies ermöglicht haben. Dankeschön!
Ich bin mir sicher, dass ich diese Erfahrung nie vergessen werde und mir eines immer vor Augen führen: Es gibt keine Grenzen auf der Welt, denn Menschen sind Menschen und überall gibt es Interessantes und Einzigartiges zu sehen und zu erleben.


© Andreas P. Kopp
Bad Krozingen, den 20. August 2007